> Friedhofskultur
Donnerstag, 3. November 2016
Gert und Ursula Voss
feuerlibelle, Donnerstag, 3. November 2016, 18:01
Der schönste Platz für die Ewige Ruhe unter den Ehrengräbern. Gert Voss galt als einer der größten Schauspieler der Gegenwart.



Nehmen Sie sich bitte ein paar Minuten Zeit für diese berührende Erzählung der Tochter Grischka Voss.

http://diepresse.com/home/leben/mensch/4856119/Grischka-Voss-uber-das-Sterben-ihrer-Eltern#

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Sonntag, 3. Januar 2016
Grabmal für Barbara Prammer
feuerlibelle, Sonntag, 3. Januar 2016, 22:11
Die für Ehrengräber zuständige Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) hat sich viel Zeit gelassen, um für unsere am 2.August 2014 verstorbene große Demokratin, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, ein würdiges Grabmal aufzustellen.
Als ich zwischen den Weihnachstfeiertagen meine zu früh verstorbenen Freunde und Bekannte auf dem Zentralfriedhof besucht habe, wollte ich meinen Augen nicht glauben – das Christkind hat ein Grabmal gebracht. Danke!

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Mittwoch, 10. Juni 2015
Ella Lingens [1908 - 2002]
feuerlibelle, Mittwoch, 10. Juni 2015, 00:11
SIE WAGTE IHR LEBEN FÜR DAS LEBEN ANDERER.
Ihr Buch "Gefangene der Angst – Ein Leben im Zeichen des Widerstandes"
kann ich jedem nur empfehlen.




Sie war eine mutige, bewundernswerte Frau. Sie war eine Heldin. Ihre letzte Ruhestätte findet man auf dem Wiener Zentralfriedhof, Ehrengräber Gruppe 40, Grab 90.

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Montag, 1. Juni 2015
Greta Keller [1903 -1977]
feuerlibelle, Montag, 1. Juni 2015, 21:40
Der österreichische Weltstar des 20.Jahrhunderts. Eine begnadete Chansonsängerin, die nicht in Vergessenheit geraten darf!


Zu finden: ZF, in der Ehrengräber Gruppe 40, Grab 53

Ein schlichter Grabstein, der durch seine Eleganz besticht. Die Schönheit der Greta Keller in Stein gemeißelt. Eines ihrer schönsten Chansons ist: Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt.
https://www.youtube.com/watch?v=RYP_ienk2pU

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Montag, 25. Mai 2015
Skulptur aus weißem Marmor
feuerlibelle, Montag, 25. Mai 2015, 00:59
Ehrengräber Reihe 33G/Nr. 1A

Unzählige Fans pilgen auf den Zentralfriedhof, um sich das besondere Grabmal von Udo Jürgens anzusehen. Eine Skulptur aus weißem Marmor – sie ist das Abbild eines Flügels, der mit einem Tuch verhängt ist.





Der Bruder Maler hat es offensichtlich zu gut gemeint,– das wuchtige Kunstwerk passt irgendwie nicht zum feinfühligen Bruder Musiker. Doch nicht jeder will es verstehen, dass weniger mehr ist....



Unter den Friedhofsbesuchern befanden sich auch mehrere de.-Touristen, die leider wie von Sinnen durch den Rasen trampelten und hysterisch um die Grabstätte herumkreisten, sodass es an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten war. (Niederbayern/Oberbayern/Franken?) Friedhofsbenehmen scheint für diese Leute ein Fremdwort zu sein. Zahlreiche UJ Verehrerinnen hinterlegen beim Grabmal oder zwischen den mitgebrachten Blumensträussen auch persönliche, handgeschriebene Briefe und Botschaften. Die neugierigen Friedhofstouris suchen zwischen den Blumen nach den Schriftstücken (siehe Bild) und lesen den Inhalt der anwesenden Schar laut vor. Man muss sich echt fremdschämen.

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Freitag, 6. Februar 2015
Falco – Hans Hölzel [19.2.1957 - 6.2.1998]
feuerlibelle, Freitag, 6. Februar 2015, 23:11
Heute vor 17 Jahren starb Hans Hölzel an den Folgen eines tragischen Autounfalls in der Dominikanischen Republik.

Pop-Superstar Falco sagte einmal über sein Leben:

"Ich sehe mein Leben so: Ich bin mit 20 aufgewacht, habe mit 30 zum ersten Mal erkannt, dass ich ein Gesicht habe und werde mit 40 wissen, dass ich wichtig bin. Ich bin ein Grenzgänger, der immer wieder auch mit seinem Leben spielt. Ich bewege mich immer auf einem Drahtseil irgendwie, also zwischen Sein und Nichtsein, zwischen Absturz und Aufstieg, dazwischen gibt’s irgendwie nix. Und cool genug bin ich nicht, das so rüberzubringen, dass das einer versteht, dass also das mein Job ist...."

Mit 40 Jahren endete das Spiel.



Wie jedes Jahr an seinem Todestag, bin ich auch heute trotz der eisigen Kälte hinaus zu seinem Grab. Ich werde ihn und seine Musik nie vergessen.
Wie man an dem blumengeschmückten Grab sieht, in den Herzen von seinen Fans lebt er weiter.



So viele rote Rosen hätten ihn zu Lebzeiten sicher glücklich gemacht.

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Dienstag, 3. Februar 2015
Die Bundeshauptstadt und ihre Ehrengräber
feuerlibelle, Dienstag, 3. Februar 2015, 00:04
Ehrengräber und ehrenhalber gewidmete Gräber sind Teil der Kulturgeschichte Wiens. Sie stellen eine hohe Auszeichnung dar, die die Stadt Wien über den Tod hinaus an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu vergeben hat.

*

Der Wiener ist bekanntlich eine besondere Beziehung mit dem Tod eingegangen. Er besingt ihn, widmet ihm literarische Werke, irgendwie mag er ihn, fühlt sich ihm verwandt. Selbst wenn's endgültig Abschied nehmen heißt von dieser Welt, wiegt sich der Wiener im Dreivierteltakt des Walzers. Glückselig, weil's gilt, ein allerletztes Mal das Leben zu feiern. Natürlich ein Klischee, aber eines, das viel Wahres in sich verbirgt.
Tatsächlich ist die "schöne Leich" den Wienerinnen und Wienern bis heute ein Anliegen, obwohl bereits Kaiser Joseph II. gegen die unnütze Pracht bei bürgerlichen Begräbnissen wetterte. Der von ihm verordnete Klappsarg [heute im Bestattungsmuseum zu bestaunen] sorgte übrigens für derart massive Proteste, dass der Kaiser die entsprechende Verordnung zurücknahm.

Die Ehrung der Toten ist ein Teil des Wiener Rituals.

So soll es durchaus schon vorgekommen sein, dass einer verdienten Person erst nach dem Ableben die angemessene Ehrung zu Teil wurde. Auch ein entsprechender Ort der Huldigung ist vorgesehen - das Ehrengrab.

Für Nicht-Wiener mag diese innige Beziehung zum Tod befremdlich wirken. Aber nicht nur tausende Wiener strömen auf ihren geliebten Zentralfriedhof, um den Geehrten einen Besuch abzustatten. Selbst der gut informierte Tourist weiß Bescheid um die besondere Beziehung zum Tod und findet sich ebenfalls mit tausenden anderen Reisenden regelmäßig auf dem Zentralfriedhof ein. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die höchste Ehre, die einem in Wien zu Teil werden kann, nicht ein goldener Orden oder ein Titel ist, sondern ein Ehrengrab.

Und das hat Tradition!

Am 1. November 1874 wurde der heute 2,5 Quadratkilometer große Wiener Zentralfriedhof eröffnet. Jakob Zelzer war der erste, der dort seine letzte Ruhestätte fand. Sein Grab existiert heute noch. Ihm folgten bis heute etwa drei Millionen nach.
Bereits 1881 fasste der Wiener Gemeinderat den Beschluss: 'berühmten Persönlichkeiten eigene Grabstätten im Central-Friedhof zu widmen'. Persönlichkeiten, die bereits vor der Errichtung gestorben waren, wie etwa Johann Strauß Vater, wurden kurzer Hand 'umgesiedelt'. Die prunkvolle Beisetzung in ein Ehrengrab wurde bald zum 'Renner' in der Bevölkerung und das Begräbnis wurde zum öffentlichen Ereignis.

Zuständig für die Auswahl der Ehrengräber ist das Kulturamt der Stadt Wien, gemäß den Richtlinien für Grabwidmungen. Die letzte Entscheidung liegt aber beim Wiener Bürgermeister. Es gibt eine Ausnahme: Bundespräsidenten steht immer ein Grab in der Präsidentschaftsgruft zu.



Die Ehrengräber werden auf Friedhofsdauer vergeben, die Stadt Wien kommt für Grabpflege und Grabmiete auf. So haben sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Prominente auf dem Zentralfriedhof eingefunden. Die Liste der Ehrengräber, etwa 1000 an der Zahl, ist lang und liest sich wie ein "Who is who" der österreichischen Geschichte: Von Bruno Kreisky, Hans Moser, Leopold Figl, Curd Jürgens, Franz Werfel, Karl Farkas und Adolf Loos, Marcel Prawy, Fritz Muliar und Joe Zawinul, Barbara Prammer, Leo Askin, bis zu Falco. Letzterer liegt übrigens nicht im Bereich der Ehrengräbergruppe der Stadt Wien, sondern in Gruppe 40. Genau genommen hat Falco auch kein Ehrengrab, sondern einen Ehrenhain, ein Unterschied freilich, der in der Praxis aber keine Rolle spielt.
Eine Sonderrolle nimmt auch Gustav Klimt ein, der zwar ein Ehrengrab besitzt, aber auf dem Hietzinger Friedhof begraben ist. Auch den Wiener Bürgermeistern wurden Ehrengräber zugesprochen.



Quellen: Friedhöfe Wien, Archiv RK, Photos: Privatarchiv

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